
Echtheitsprüfung per QR-Code: wann sich der Aufwand lohnt
Das Problem mit Produktfälschungen
Wer Markenware verkauft, kennt den Ablauf: Eine Kundin schickt ein Foto und fragt, ob das Stück echt ist, und beantworten lässt sich das aus dem Foto nicht. Die Gegenmaßnahme, die immer mehr Hersteller direkt aufs Produkt drucken, ist ein eindeutiger Code pro Einheit, mit dem jede Person mit einem Telefon die Prüfung selbst vornimmt. In Europa kommt dazu, dass die Regulierung in dieselbe Richtung läuft und den Code auf dem Produkt ohnehin erwartet.
Das Problem verstehen
Was Fälschungen anrichten
- Erhebliche jährliche Umsatzverluste weltweit in den betroffenen Branchen
- Risiken für die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher
- Schaden am Ruf der Marke
- Schwindendes Vertrauen der Kundschaft
Betroffene Branchen
- Luxusgüter
- Elektronik
- Arzneimittel
- Autoteile
- Mode
- Kosmetik
Lösungen zur Echtheitsprüfung per QR-Code
So funktioniert es
- Ein eindeutiger QR-Code auf jedem Produkt
- Der Code führt zum Prüfsystem
- Die Kundschaft scannt und prüft die Echtheit
- Das System bestätigt das Produkt oder schlägt Alarm
Die technischen Bausteine
- Erzeugung eindeutiger Codes
- Gesicherte Datenbank
- Prüfplattform
- Oberfläche für die Kundschaft
- Dashboard zur Auswertung
Strategien für die Einführung
Erzeugung der Codes
- Ein Code je Einheit
- System zur Serialisierung
- Platzierung mit Manipulationsnachweis
- Schutz durch Verschlüsselung
Das Prüfsystem
- Prüfung in Echtzeit
- Abgleich mit dem Standort
- Begrenzung der Scananzahl
- Warnungen bei auffälligen Aktivitäten
Das Erlebnis für die Kundschaft
- Einfacher Scanvorgang
- Eindeutiges Prüfergebnis
- Zugang zu Produktinformationen
- Möglichkeit, eine Fälschung zu melden
Fortgeschrittene Funktionen
Anbindung an die Blockchain
- Unveränderliche Einträge
- Verfolgung entlang der Lieferkette
- Eigentumshistorie
- Smart Contracts
Verstärkung durch KI
- Mustererkennung
- Erkennung von Auffälligkeiten
- Vorausschauende Auswertung
- Betrugsprävention
Track and Trace
- Volle Transparenz über die Lieferkette
- Standorthistorie
- Bedingungen bei der Handhabung
- Lieferbestätigung
Was Unternehmen davon haben
Markenschutz
- Weniger Fälschungen
- Kontrolle über den Markt
- Beweismittel für rechtliche Schritte
- Abschreckende Wirkung
Vertrauen der Kundschaft
- Sicherheit beim Kauf
- Markentreue
- Wiederkäufe
- Positive Bewertungen
Erkenntnisse aus den Daten
- Kundenbindung
- Geografische Verteilung
- Scanmuster
- Markterkenntnisse
Leitfaden für die Einführung
Schritt 1: Bestandsaufnahme
- Das Fälschungsrisiko bewerten
- Die wichtigsten Produkte bestimmen
- Ziele festlegen
- Budget festlegen
Schritt 2: Auswahl der Technik
- Einen Anbieter für die Echtheitsprüfung wählen
- Die Funktionen bewerten
- Den Integrationsbedarf abschätzen
- Skalierbarkeit einplanen
Schritt 3: Anbindung
- Verbindung zum ERP
- Einrichtung an der Produktionslinie
- Schulung der Mitarbeitenden
- Testablauf
Schritt 4: Start
- Ausrollen in Etappen
- Aufklärung der Kundschaft
- Leistung beobachten
- Nachschärfen und verbessern
Bewährte Vorgehensweisen
Platzierung des Codes
- Sichtbar, aber gesichert
- Mit Manipulationsnachweis
- Leicht zu scannen
- Schwer nachzumachen
Sicherheit des Systems
- Verschlüsselte Kommunikation
- Zugriffskontrollen
- Regelmäßige Prüfungen
- Plan für den Ernstfall
Aufklärung der Kundschaft
- Klare Anleitung
- Erkennbarer Nutzen
- Einfaches Melden
- Erreichbarer Support
Fallbeispiele
Luxusmodemarke
Herausforderung: hohe Fälschungsquote Lösung: Echtheitsprüfung per QR-Code auf allen Produkten Ergebnisse:
- Weniger Meldungen über Fälschungen
- Mehr Vertrauen bei der Kundschaft
- Wertvolle Markterkenntnisse gesammelt
Elektronikhersteller
Herausforderung: Abfluss in den Graumarkt Lösung: QR-System für Track and Trace Ergebnisse:
- Vollständige Transparenz über die Lieferkette
- Prüfung von Garantieansprüchen
- Mehr Kundenbindung
Herausforderungen und Lösungen
Herausforderung: Kosten
Lösung: Mengenrabatte, Blick auf den ROI
Herausforderung: Akzeptanz bei der Kundschaft
Lösung: Anreize, Aufklärung, einfache Bedienung
Herausforderung: Fälscher passen sich an
Lösung: fortgeschrittene Sicherheit, regelmäßige Updates
Künftige Entwicklungen
Neue Techniken
- Kombination mit NFC
- Unsichtbare Marker
- DNA-Markierung
- Holografische Codes
Branchenstandards
- Einheitliche Protokolle
- Plattformübergreifende Prüfung
- Erfüllung regulatorischer Vorgaben
- Internationale Zusammenarbeit
Produktpass, Pfandetikett und Grenzbeschlagnahme
Drei Entwicklungen machen den serialisierten Code für den deutschen Markt aus mehr als einem Markenschutzgrund interessant.
Erstens der digitale Produktpass. Die europäische Ökodesign-Verordnung führt ihn schrittweise ein, und er wird über einen Datenträger auf dem Produkt zugänglich gemacht, praktisch also über einen Code. Für Batterien ist ein eigener Produktpass vorgesehen, der ebenfalls über einen Code erreichbar sein soll. Wer heute jede Einheit serialisiert, baut damit dieselbe Infrastruktur auf, die später ohnehin verlangt wird, statt zweimal umzuetikettieren.
Zweitens die Fläche auf dem Etikett. Deutsche Verpackung ist voll: Pflichtangaben, Nährwerttabelle, bei Getränken das Pfandzeichen und das Mehrweg- oder Einweglogo, dazu die Registrierungspflichten des Verpackungsgesetzes im Hintergrund. Ein serialisierter Code darf keinem dieser Elemente Platz wegnehmen, und er muss auf krummen und glänzenden Flächen funktionieren. Planen Sie ihn deshalb im Erstentwurf des Etiketts ein, nicht im Nachgang.
Drittens der Zoll. Rechteinhaber können beim Zoll beantragen, dass verdächtige Sendungen an der Grenze angehalten werden. Ein Prüfsystem, das auf Scans pro Seriennummer schaut, liefert dafür verwertbare Hinweise: Wenn dieselbe Nummer wiederholt aus derselben Region abgefragt wird, ist das ein Muster, das man beschreiben und belegen kann. Aus dem Schutzmechanismus wird damit eine Informationsquelle, und das ist meist der Punkt, an dem sich der Aufwand rechnet.
Die Entscheidung richtig dimensionieren
Echtheitsprüfung rechnet sich nur dort, wo Fälschungen tatsächlich wehtun. Beziffern Sie also, bevor Sie Anbieter vergleichen, Ihr Ausmaß: zurückgeschickte Fälschungen, Beschwerden aus dem Graumarkt, im vergangenen Jahr eingereichte Löschanträge bei Marktplätzen. Ist diese Zahl real, ist der Pilotversuch ein Code je Einheit auf dem am häufigsten kopierten Artikel. Liegt sie nahe null, stecken Sie das Budget woanders hin und schauen erneut hin, wenn sich das ändert.